Pflege Forum

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Willkommen im Pflege-Forum


Einleitung

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„pflege-forum.com“ ist eine Plattform für Menschen, die sich für eine gute pflegerische Versorgung der Alten, Kranken und Behinderten in Deutschland und für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und angemessene Bezahlung für die Pflegenden einsetzen.

Warum brauchen wir „pflege-forum.com“?

Jahrelange politische Fehlentscheidungen, verantwortungsloses Preisdumping, unzureichende Lobbyarbeit und praxisferne Pflegekonzepte haben die ambulante und stationäre Pflege in eine immer schwierigere und inzwischen bedrohliche Lage gebracht.

Pflege im Minutentakt kennzeichnet den Pflegealltag. Bürokratie ist wichtiger als menschliche Zuwendung. Pflegebedürftige fühlen sich vernachlässigt und pflegende Angehörige alleingelassen. Pflegekräfte sind ausgebrannt und verlassen frustriert den Beruf, ohne dass ausreichender Nachwuchs in Sicht ist. Seriöse Pflegeheime und Pflegedienste werden kaputt gespart und öffentlich diskreditiert.

Fazit: Die gesamte Pflegebranche in Deutschland steckt in einer schweren Krise.

Viel zu lange haben alle Beteiligten diese Missstände hingenommen in der Hoffnung auf bessere Zeiten. Über Jahre wurden der chronische Personalmangel in Pflegeheimen und Pflegediensten und die daraus zwangsläufig folgende schlechte Versorgung der Pflegebedürftigen schöngeredet. Effizienter Einsatz der Pflegekräfte, Erhöhung der Qualitätsanforderungen und Verschärfung der Kontrollen – so die Konzepte. Dadurch wurde der Druck auf Pflegekräfte und Pflegeeinrichtungen bis ins Unerträgliche erhöht, ohne dass sich an der Versorgung der Pflegebedürftigen viel verbessert hat.

Eins ist klar: zu den heute in Deutschland üblichen Dumping-Entgelten (z. B. ca. 25,00 € pro ambulante Leistungsstunde in der Pflegeversicherung) kann kein Unternehmen seine Bewohner und Patienten gut versorgen, seinen Mitarbeitern menschengerechte Arbeitsbedingungen und Gehälter bieten und wirtschaftlich gesund bleiben.

Viele Betroffene sind sich einig, dass es so nicht weitergehen kann: Es ist höchste Zeit für ein grundsätzliches Umdenken in der Pflege. Die tatsächlichen Probleme in der Pflege müssen endlich offen angesprochen und die wirklichen Ursachen für den Pflegenotstand angegangen werden. Und da geht es nicht um Fehler in der Pflegedokumentation oder die Umsetzung praxisferner „Experten“-Standards.

Es geht darum, endlich die für eine humane Pflege erforderlichen Mittel bereitzustellen, damit seriöse Pflegeeinrichtungen ihre Mitarbeitern angemessen bezahlen und ihnen menschengerechte Arbeitsbedingungen zur Verfügung stellen können, ohne die Existenz des Unternehmens zu gefährden. Es geht darum, überbordende Kontrollen abzuschaffen und stattdessen wieder Vertrauen in die Eigenverantwortung von Pflegediensten und Pflegeheimen zu setzen. Es geht darum, in einem Zusammenschluss aller gesellschaftlichen Ebenen gemeinsam die Verantwortung für die pflegerische Versorgung in unserer Gesellschaft zu übernehmen und nicht die Pflegeeinrichtungen und Pflegekräfte als Sündenböcke für die Pflegemisere zu stigmatisieren.

Es geht darum, Pflegenden durch Wertschätzung und Unterstützung die Basis dafür zu bieten, dass sie ihrerseits ihre Bewohner, Patienten oder Angehörigen menschlich und wertschätzend pflegen können. Denn auch das ist klar: Ausgebrannte, schlecht bezahlte und ständig kritisierte Pflegekräfte können auf Dauer keine qualitativ hohe, engagierte und liebevolle Versorgung der ihnen anvertrauten Menschen sicherstellen.

Und es geht auch um ein grundlegendes gesellschaftliches und ethisches Problem. Der Wert der Pflege als humanitäre Selbstverpflichtung der Gesellschaft zum Dienst am leidenden Menschen wird zunehmend konterkariert und verkommt zum Spielball von wirtschaftlichen, verbandlichen und politischen Interessen. Und die betroffenen Menschen, egal ob Pflegebedürftige, Angehörige oder Pflegekräfte, bleiben auf der Strecke.

„pflege-forum.com“ setzt sich für eine grundlegende Kehrtwende in der Pflege ein. Dem bisher üblichen Schweigen, dem Vertuschen und den falschen Lösungsansetzen muss endlich etwas entgegengesetzt werden. Und zwar Offenheit, gegenseitiges Verständnis und gesunder Menschenverstand. Mit der Stellungnahme „Pflege in Not. Es ist Zeit für ein Umdenken in der Pflege“ wird die Situation in der Pflege aus Sicht der Praxis dargestellt. Neben der Analyse der Probleme und ihrer Ursachen werden konkrete Verbesserungsvorschläge gemacht und ein „Forderungskatalog für gute Pflege“ aufgestellt.

Das Ziel von „pflege-forum.com“ ist es, auf der Grundlage von pflegefachlicher praxisbezogener Expertise und gesundem Menschenverstand um Unterstützung bei Pflegenden, Pflegebedürftigen, Angehörigen und Interessierten für eine Kehrtwende in der Pflege zu werben und damit Einfluss auf Entscheidungsträger in Politik, bei Kranken- und Pflegekassen und Verbänden zu nehmen.

Die Pflege in Deutschland ist in Not. Schließen wir uns zusammen, um sie zu retten!

 

Der Pflege droht der Kollaps

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Unsere Gesellschaft hat den Anspruch, kranke, alte und pflegebedürftige Menschen menschenwürdig zu pflegen und zu versorgen. Doch die Realität sieht anders aus. Viele Pflegebedürftige in Heimen oder in ambulanter Versorgung in Deutschland fühlen sich unzureichend versorgt, ihre Angehörigen sind mit der Versorgung unzufrieden, professionelle Pflegekräfte sind überfordert und ausgebrannt, und Pflegeeinrichtungen kämpfen mit wirtschaftlichen Problemen und einem schlechten Image.

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Kritische Bestandsaufnahme der Pflege in Deutschland

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Pflegebedürftige sind nicht gut versorgt

Viele alte, kranke und pflegebedürftige Menschen, die in Pflegeheimen leben oder von ambulanten Pflegediensten betreut werden, fühlen sich nicht gut versorgt. Statt menschlicher Zuwendung und Interesse für ihr Befinden erleben sie Mitarbeiter, die unter permanentem Zeitdruck stehen, und eine Versorgung, die haftungsrelevante und administrative Aufgaben in den Vordergrund des Versorgungsauftrags stellt. Die psychosoziale Betreuung bleibt häufig auf der Strecke, insbesondere im ambulanten Bereich. Ändern können die Betroffenen wenig an der unbefriedigenden Versorgung, da sie sich in der Regel nicht mehr selbst für ihre Interessen einsetzen können.

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Wie konnte es soweit kommen? – Versuch einer Ursachenanalyse

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Es stellt sich hier zunächst die Frage nach den Ursachen für den geschilderten Pflegenotstand. Diese stehen in engem Zusammenhang mit dem demographischen Wandel unserer Gesellschaft und dem damit verbundenen zunehmenden Kostendruck sowie mit der Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1995.

16 Jahre Pflegeversicherung: (k)eine Erfolgsgeschichte?

Die Einführung der Pflegeversicherung im Jahre 1995 war unbestritten eine beispielhafte soziale Errungenschaft, mit der Deutschland den pflegerischen und finanziellen Anforderungen gerecht werden wollte, die eine hochaltrige Gesellschaft mit sich bringt.

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Wie kann die Situation in der Pflege verbessert werden?

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Grundsätzliches Umdenken ist erforderlich

Dazu ist zunächst ein grundsätzliches Umdenken bei allen Beteiligten erforderlich. Statt sich mit immer neuen Qualitätsforderungen zu beschäftigen, die Situation schönzureden und die Verantwortung für jedwede Missstände den Pflegeeinrichtungen zuzuschieben, müssen sich alle Verantwortlichen offen und selbstkritisch mit der Situation in der Pflege und ihrer Verantwortung dafür beschäftigen. Dazu gehört insbesondere, die alarmierende Situation der Pflegebedürftigen, der Pflegekräfte und der Pflegeeinrichtungen wahrzunehmen, die Ursachen dafür zu erkennen und unter ernsthafter Einbeziehung aller Beteiligten realistische Konzepte zur Verbesserung zu entwickeln.

Die Erwartung, von den Pflegeeinrichtungen bei geringer Vergütung Spitzenqualität zu erhalten, kann nicht funktionieren. Sie geht stattdessen zu Lasten der Pflegekräfte und gefährdet die Existenz der Pflegeeinrichtungen. Und das zurzeit vorhandene Übermaß an Vorgaben und Kontrollen zerstört das Selbstbewusstsein der Pflegenden, die die Versorgung der Pflegebedürftigen Tag für Tag sicherstellen sollen.

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Forderungen für eine bessere Pflege

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Neben den oben genannten grundsätzlichen Veränderungen im Bewusstsein und in der Haltung aller Verantwortlichen sind insbesondere die folgenden konkreten Veränderungen zu fordern:

1. Anhebung der Entgelte für Pflegeleistungen

Sämtliche vereinbarten Pflege- und Betreuungsleistungen sind auf der Grundlage seriöser Bedarfsermittlungen angemessen zu vergüten; das bedeutet, dass mit den Entgelten die für die pflegerischen Tätigkeiten erforderlichen Mitarbeiter angemessen bezahlt, die Arbeitsbelastung für die Mitarbeiter dauerhaft verträglich gestaltet und erforderliche Rückstellungen gebildet werden können. Entsprechend sind zunächst die aktuellen Entgelte zu korrigieren und anzuheben und anschließend regelmäßig an das sich ändernde Anforderungsniveau der Pflegetätigkeit und die Preisentwicklung anzupassen. Alternativ sind bei gleichbleibenden Entgelten die Anforderungen entsprechend abzusenken.

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Ohne radikales Umdenken hat die Pflege keine Chance

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Die Situation der Pflege in Deutschland ist besorgniserregend. Und daran ändern auch aufwändigste Qualitätskonzepte und einseitige Schulzuweisungen nichts. Pflegebedürftige in Deutschland sind in vielen Fällen nicht gut versorgt. Angehörige sind unzufrieden, Pflegekräfte sind überlastet und Pflegeeinrichtungen haben wirtschaftliche Probleme. Indem Politiker, Kostenträger und die gesamte Gesellschaft optimale Pflege zu Dumping-Preisen einfordern, entziehen sie sich ihrer Verantwortung für ihre alten und pflegebedürftigen Mitmenschen. Und sie tun dies auf Kosten der Pflegenden, egal ob professionelle Pflegekräfte oder Laien. Eine Folge der jahrelangen Fehlentwicklungen ist bereits jetzt erkennbar: uns droht in den nächsten Jahren ein Pflegepersonalnotstand von ungeahntem Ausmaß.

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